Wohnung gefunden? Einzug in Deutschland: Dokumentation, Anmeldung und Zählerstände

Von: Simon Heinrich – Stand: 02/2026 

Du hast die Zusage für eine Wohnung – jetzt zählt ein strukturierter Start. Diese Seite führt dich durch die wichtigsten Schritte in den ersten 14 Tagen: Übergabe sauber dokumentieren, Klingel/Briefkasten sofort korrekt beschriften, Zählerstände sichern und die Anmeldung vorbereiten. Danach weißt du, welche Verträge und organisatorischen Themen du als Nächstes sinnvoll angehst – ohne doppelte Wege.

Auf dieser Seite findest du:

  • Am Einzugstag: Übergabe und Dokumentation
  • Zählerstände: Strom/Wasser/Heizung richtig erfassen
  • Anmeldung (Bürgeramt): was du brauchst
  • Einrichten: Obligatorisches zuerst (Bett, Licht, Küche)
  • Wäsche: Waschmaschine, Waschkeller oder Waschsalon?
  • Nächster Schritt: Strom/Gas optimieren und WLAN einrichten

Am Einzugstag: Übergabe und Dokumentation

Der Einzugstag ist dein wichtigster Moment für Klarheit. Ziel: später keine Diskussionen über Schäden, fehlende Schlüssel oder was schon bei Einzug in welchem Zustand war.

Checkliste für die Übergabe:

  • Übergabeprotokoll: Zustand von Wänden, Böden, Fenstern, Türen, Bad, Küche, Keller/Balkon prüfen
  • Mängel schriftlich festhalten: auch Kleinigkeiten (Kratzer, Flecken, defekte Steckdosen, Schimmelspuren)
  • Fotos/Videos machen: besonders von Problemstellen (am besten bei Tageslicht)
  • Schlüssel zählen: Wohnung, Haus, Briefkasten, Keller, Transponder – Anzahl ins Protokoll
  • Mitvermietete Dinge notieren:Einbauküche, Geräte, Möbel (was genau, welcher Zustand)

Zur Übersicht: Wohnen in Deutschland – Wohnungssuche, Miete und Kaution

Das wichtigste Kriterium: Ist eine Anmeldung möglich?

In Deutschland solltest du dich nach dem Einzug innerhalb von zwei Wochen bei der Meldebehörde anmelden. Dafür brauchst du bei gemieteten Unterkünften eine Wohnungsgeberbestätigung (ein kurzes Formular/Bestätigung vom Vermieter oder Anbieter).

Für deinen Start heißt das:
Priorisiere Unterkünfte, bei denen „Anmeldung möglich“ ist oder bei denen du eine Wohnungsgeberbestätigung bekommst. Ohne Anmeldung kann man kurzfristig überbrücken – aber viele nächste Schritte werden unnötig kompliziert.

Sofort erledigen: Klingel/Briefkasten beschriften und Post testen

Beschrifte Klingel, Briefkasten und (falls vorhanden) Türschild direkt nach dem Einzug, damit wichtige Briefe und Lieferungen dich zuverlässig erreichen.
Als schneller Praxis-Test kannst du dir gezielt ein bis zwei kostenlose Kataloge oder Prospekte an die neue Adresse schicken lassen – so siehst du sofort, ob Name und Adressformat korrekt sind sodass die Zustellung funktioniert.

Zählerstände: Strom/Wasser/Heizung richtig erfassen

Zählerstände abzulesen und zu notieren sind eine lästige, aber wichtige Aufgabe, da sie dich später vor falschen, potenziell teuren Rechnungen schützt.

So machst du es richtig:

  • Zähler finden (oft Keller/Flur/Zählerschrank; bei Unklarheit Hausmeister/Hausverwaltung fragen)
  • Zählernummer und Zählerstand zusammen notieren
  • Foto machen (wenn möglich inkl. Zählernummer)
  • Datum/Uhrzeit festhalten (Einzugstag)

Anmeldung: was du brauchst

Hinweis für Drittstaatsangehörige/Bürger aus Nicht-EU-Staaten: Die Anmeldung beim Bürgeramt ersetzt nicht automatisch deinen Gang zur Ausländerbehörde. Wenn du (noch) keinen elektronischen Aufenthaltstitel (eAT) hast oder dein Aufenthaltstitel nach der Einreise erst umgestellt/erteilt werden muss, solltest du dich so früh wie möglich um den Termin bzw. Antrag bei der zuständigen Ausländerbehörde kümmern. Das gilt besonders, wenn dein Visum nur befristet ist, du gerade erst eingereist bist oder dein Status (z. B. Job/Studium) an Bedingungen geknüpft ist. Nach einem Umzug in eine andere Stadt kann außerdem eine andere Ausländerbehörde zuständig sein – dann muss das Verfahren ggf. dort weitergeführt werden.

Falls du keinen Termin innerhalb von 14 Tagen erhältst: mach einen Screenshot der Terminbuchungsseite als Nachweis, dass die Verspätung nicht an dir lag.

Die Anmeldung ist ein zentraler Behördenschritt nach dem Einzug. Du musst dich spätestens 14 Tage nach Einzug in die neue Wohnung an- bzw. ummelden. Dazu gibst du einfach die Begriffe „Anmeldung“ und den Namen deiner Gemeinde in Google ein, in der Regel kommst du so direkt auf die Terminbuchungsseite der zuständigen Verwaltung. In der Praxis scheitert die Anmeldung selten an Sprache – sondern an fehlenden Unterlagen.

Pragmatische Schritte:

  • Wohnungsgeberbestätigung sicherstellen (bei WGs/Untermiete vorab aktiv klären)
  • Unterlagen bereitlegen: Ausweis/Reisepass, Adresse, Einzugsdatum, ggf. Mietvertrag/Bestätigung
  • Termin früh buchen (in manchen Städten sind Termine knapp)

Falls du keinen Termin innerhalb von 14 Tagen erhältst: mach einen Screenshot der Terminbuchungsseite als Nachweis, dass die Verspätung nicht an dir lag.

Nach der Anmeldung: Jetzt werden Verträge deutlich einfacher

Sobald du einen registrierten Wohnsitz hast, wird vieles einfacher: Du kannst bei Anbietern eine feste Adresse angeben, Post kommt zuverlässig an, und viele Vertragsabschlüsse laufen deutlich reibungsloser.
Wenn dir noch ein Girokonto fehlt: Priorisiere das jetzt, weil laufende Zahlungen wie Miete darüber am zuverlässigsten funktionieren und die Eingabe einer Kontonummer/IBAN für den Abschluss von Verträgen nötig ist.

Nächste Schritte:

Einrichtung: Wohnungen sind oft leer – hier siehst du, wo du alles bekommst

Viele Wohnungen in Deutschland werden praktisch „nackt“ vermietet: unmöbliert, oft ohne Lampen und teils ohne Küche. Das ist normal – bedeutet aber, dass du dich um die notwendige Wohnungseinrichtung selbst kümmern musst (am besten in einer klaren Reihenfolge, damit du nicht unnötig Geld ausgibst).
Damit du nicht stundenlang Shops vergleichen musst, findest du hier eine pragmatische Übersicht: Was du brauchst – und wo du es in Deutschland typischerweise bekommst (online und vor Ort): Wohnung einrichten in Deutschland: Was du brauchst – und wo du es kaufen kannst

 

Nächster Schritt: Strom und Gas optimieren

Vor und nach einem Umzug solltest du deinem Anbieter die neue Adresse mitteilen und am Umzugstag die Zählerstände samt Zählernummern erfassen; diese Daten gibst du dann deinem Strom-/Gasanbieter (und zur Sicherheit ggf. auch dem Netzbetreiber) weiter.
Wenn du keinen Vertrag vereinbart hast, kommt mit dem Verbrauch der ersten Kilowattstunde an der neuen Adresse ein Grundversorgungsvertrag zustande – praktisch, aber oft teurer als ein gezielter Tarif.
Achte besonders darauf, die richtige Zählernummer anzugeben und sie nicht ungeprüft vom Vormieter zu übernehmen: Sonst schließt du im schlimmsten Fall den Vertrag für eine Nachbarwohnung ab, während deine eigene Wohnung automatisch in der Grundversorgung läuft.

Strom- und Gaswechsel in Deutschland