DSL, Kabel oder Glasfaser abschließen/wechseln: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Von: Simon Heinrich – Stand: 03/2026
Du hast deinen Wunsch‑Tarif gefunden und klickst auf „Jetzt bestellen“? Dieser Guide führt dich Schritt-für-Schritt durch den Antragsprozess – von der Verfügbarkeitsprüfung über Router‑Wahl bis zur Aktivierung. Der Ablauf ist bei allen etablierten Anbietern ähnlich.
Falls du dich noch genauer zum Thema Internet Zuhause bzw. DSL informieren willst, empfehlen wird dir unsere Artikel Internet zu Hause in Deutschland: Erst mal schnell online – später optimieren und Internet zu Hause optimieren: DSL vs. Kabel vs. Glasfaser.
Auf dieser Seite findest du:
Auf dieser Seite findest du:
- Schritt eins: Verfügbarkeit und Technik prüfen
- Schritt zwei: Router richtig wählen
- Schritt drei: Upselling vermeiden
- Schritt vier: Persönliche Daten und Adresse
- Schritt fünf: Wechsler‑Vorteil sichern
- Schritt sechs: Vertrag prüfen und abschicken
- Schritt sieben: Aktivierung und Test
- Nach dem Start: Wichtige Weiter‑Schritte
Schritt eins: Verfügbarkeit und Technik prüfen
Wenn du auf „Jetzt bestellen“ klickst, erscheint als Erstes die Verfügbarkeitsprüfung. Gib deine genaue Adresse ein (PLZ, Straße und Hausnummer). Der Provider prüft, welche Technik bei dir verfügbar ist und welche realistischen Geschwindigkeiten möglich sind.
Wichtig: Anbieter wollen dir oft die teuerste Option schmackhaft machen, obwohl dein gewählter Tarif vollkommen ausreicht. Bleib bei deiner Entscheidung und lese zur Sicherheit noch einmal genau nach, was ausgewählt ist, bevor du auf „Weiter“ klickst.
Schritt zwei: Router richtig wählen
Als nächstes kommt die Router‑Frage – hier kannst du die bequeme Variante wählen oder etwas Geld sparen, falls du technisch versiert bist. Die meisten Anbieter bieten drei Optionen:
Option eins: Router mieten
Vorteil: Stressfrei, bei Defekt schickt der Provider sofort einen neuen Router. Support übernimmt alles.
Nachteil: Nach 24 Monaten hast du bei Kosten von 5-8 Euro pro Monat 120–€192 Euro gezahlt.
Sinvoll bei: Wenn du technisch nicht versiert bist und Wert auf Support durch den Provider legst.
Ausnahme Kabel: Hier wird dir in der Regel ein Router ohne Zusatzkosten gestellt. Diesen kannst du nutzen, solange dein Vertrag läuft. Dieses Basismodell reicht für den Großteil aller Wohnungen.
Option zwei: Provider‑Router kaufen
Vorteil: Eigentum, keine Mietkosten. Support durch Provider.
Nachteil: Im Vergleich zur Miete höhere Anschaffungskosten (ca. 79-249 Euro einmalig), diese lohnen sich erst bei einer Nutzungsdauer von mehr als zwei Jahren. Sinvoll bei: Wenn du technisch versiert bist und planst, den Router länger als zwei Jahre zu benutzen.
Option drei: gebrauchten Router kaufen
Vorteil: Geringer Anschaffungspreis, keine Mietkosten. Nachteil: Geräte waren schon in Benutzung, eventuell fehlt bei Kauf Zubehör oder man erhält defekte Geräte. Sinvoll bei: Wenn du technisch versiert bist und nicht das allerneueste Modell haben musst.
Für DSL
Fritz!Box 7520 ca. 35 Euro auf Kleinanzeigen
Bei Kleinanzeigen gilt grundsätzlich: Am besten vor Ort kaufen, bei Versand genau auf die Bewertung des Verkäufers schauen.
Für Glasfaser
Fritz!Box 7520 und Telekom Glasfaser Modem 2 jeweils ca. 35 Euro auf Kleinanzeigen
Kabel
- Fest verknüpft: Die eindeutige Identifikationsnummer des Routers (die CMAC-Adresse) ist im System des Providers fest mit dem Vertrag des Vorbesitzers verknüpft.
- Keine Freischaltung: Wenn du diesen Router anschließt, erkennt das System: „Dieses Gerät gehört zu Vertrag X“. Da Vertrag X aber beendet ist oder auf eine andere Person läuft, wird der Router für deinen neuen Vertrag nicht freigeschaltet.
- Nicht übertragbar: Du kannst den Kundenservice nicht einfach bitten, den Router neu zu konfigurieren. Provider lehnen das bei Leihgeräten konsequent ab.
Unser Rat: Spare nicht an der falschen Stelle. Nutze entweder den Router des Anbieters oder kaufe ein Neu-Gerät im Fachhandel (Anzeige). Ein gebrauchter Router von Kleinanzeigen endet beim Kabel-Internet oft als nutzloser Elektroschrott.
Wichtig: Die Option „Ich habe bereits einen Router“ ist oft versteckt und ein Meitrouter vorausgewählt. Genau prüfen!
Schritt drei: Zusatzangebote vermeiden
Nach dem Router kommen Zusatzangebote wenn du hier nicht aufpasst, zahlst du leicht Mehrkosten von 15-30 Euro pro Monat.
Meist im Angebot:
- Streaming: Netflix, Disney+ (€10–15/Monat)
- Virenschutz: Oft überteuert (€5/Monat)
- Sonstiges: Musik‑Flats, Cloud‑Speicher
- Festnetz‑Flat: meist ohne zusätzliche Kosten im Vertrag inkludiert
- Mobilfunk‑Flat: Nur wenn nötig, kostenpflichtig (€5–15 extra)
- Internationale Flatrate: Manchmal je nach Land überraschend günstig, bei Bedarf auswählen
- Expert/inneneinrichtung: In der Regel sehr teuer, meist nicht notwendig
Tipp: Alle Häkchen einzeln prüfen – Provider setzen sie oft vorab auf aktiviert!
Schritt vier: Persönliche Daten und Adresse
Jetzt gibst du deine Kontaktdaten ein:
- Adresse: Bei Mehrfamilienhaus ggf. präzisieren „2. Stock, Wohnung 3 rechts“; Straßennamen müssen oft abgekürzt angegeben werden, also zum Beispiel statt „Hauptstraße“ schreibst du „Hauptstr.“. Wenn du dir nicht sicher bist, schreibe erst einmal nur einen Teil des Namens, wie „Haupts“, das System macht dir in der Regel von sich aus Vorschläge zur Vervollständigung.
Tipp: Auch wenn „Techniker kommt“ steht – bei Kabel/DSL/Glasfaser oft Fernaktivierung! - IBAN: Für monatliche Abbuchung (SEPA‑Lastschrift)
- Wunschtermin: Gib den Termin ein, an dem dein Internetanschluss aktiviert werden soll. Dieser Service ist nicht bei jedem Anbieter vorhanden. Wir raten dir, nur bei Anbietern abzuschließen, wo du das Datum selbst bestimmen kannst, entweder durch Eingabe eines Wunschdatums oder durch die Beauftragung eines Wechsels, der an dem Tag stattfindet, an dem dein alter Vertrag ausläuft.
- Login für Kundenportal: Benutzername und Passwort wählen
Merken! Hier loggst du dich später für Rechnung/Aktivierung ein.
Pflichtfelder vollständig ausfüllen, optionale leer lassen.
Schritt fünf: Möglichen Wechsler‑Vorteil sichern
Gib, falls du deinen Vertrag wechselst immer deine alte Telefonnummer an, auch wenn du sie nie genutzt hast und kreuze an, dass du Wechsler bist. Wechsler-Tarife sind oft günstiger als Neuanschlüsse. Du musst dann noch das Enddatum deines laufenden Vertrages angeben, der neue Anbieter wird dann für ich kündigen und eine unterbrechungsfreie Versorgung sicherstellen. Ein Wechsel sollte allerdings mindestens mit vier Wochen Vorlauf beauftragt werden, als kümmere dich rechtzeitig darum.
Schritt sechs: Vertrag prüfen und abschicken
Vor dem Absenden:
- Alle Angaben kontrollieren (Name, Adresse, IBAN, Router, Zusatzprodukte)
- Vertragsdetails notieren/Screenshot anfertigen: Startdatum, monatlicher Preis, Mindestlaufzeit
- AGB/Hinweise herunterladen
Nach Abschicken:
- Bestätigungs‑E‑Mail und Antragsnummer (speichern, hier sollten auch noch einmal alle Vertragsdaten zusammengefasst sein)
- Schufa‑Prüfung (automatisch)
- Vertragsbestätigung mit weiteren Informationen zum Ablauf
Wenn du einen Router bestellt hast, wird dieser etwa 1-2 Wochen vor Vertragsbeginn an deine Adresse versendet. Falls du also wegen eines Umzugs den Anbieter wechselst, lass den Router lieber noch an deine alte Adresse schicken. Dies kann normalerweise im Antragsprozess angegeben werden.
Schritt sieben: Aktivierung und Test
Am Tag der Anschaltung wird der Anschluss meistens frühmorgens per Fernschaltung aktiviert – oft im Zeitfenster zwischen 4 und 6 Uhr. Wenn du aufstehst, lohnt sich deshalb als Erstes ein Blick auf den Router: Gerät einschalten, und prüfen, ob alle relevanten LEDs wie erwartet leuchten.
Sobald die Verbindung steht, solltest du deinen Anschluss direkt testen. Führe einen Geschwindigkeitstest durch.. Danach richtest du am besten gleich die Router‑App ein, vergibst einen individuellen WLAN‑Namen und ein sicheres Passwort und prüfst, ob Streaming, Videocalls oder Homeoffice‑Anwendungen stabil funktionieren. Falls es Probleme gibt, kann ein dokumentiertes Messprotokoll mit mehreren Tests über den Tag verteilt später hilfreich sein, um beim Anbieter Mängel zu reklamieren oder, wenn nötig, Rechte nach dem Mietrecht bzw. Telekommunikationsgesetz geltend zu machen.
Nach dem erfolgreichen Start solltest du deinen Vertrag nicht aus den Augen verlieren. Viele Internetverträge werden nach der anfänglichen Mindestlaufzeit, typischerweise nach 24 Monaten, deutlich teurer, weil Einführungsrabatte wegfallen. Es lohnt sich daher, direkt bei Vertragsbeginn einen Kalendereintrag etwa 22 Monate nach dem Start zu setzen. Zu diesem Zeitpunkt kannst du in Ruhe prüfen, ob sich ein Tarif- oder Anbieterwechsel lohnt und so wieder von Neukundenkonditionen profitierst, statt dauerhaft den höheren Standardpreis zu zahlen. So genießt du dein schnelles WLAN ganz entspannt, behältst die volle Kontrolle über deine Kosten und sicherst dir dauerhaft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis – ganz ohne böse Überraschungen auf der Rechnung.